Langenlonsheim als energieautarke Gemeinde

Die Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsplanes zur Ausweisung von Vorranggebieten zur Windenergienutzung sorgt derzeit in vielen Gemeinden des Kreises zum Teil für kontroverse Diskussionen. Grund ist, dass die ausgewiesenen Flächen auf Zustimmung aber auch auf Ablehnung stoßen. Auf dem Höhenzug zwischen Guldental und Langenlonsheim, ist eine 118 Hektar große Fläche für den Bau von Windkraftanlagen vorgesehen. Während der Gemeinderat Guldental das Vorhaben abgelehnt hat, haben die Langenlonsheimer Räte die Maßnahme befürwortet. Wir sprachen mit dem Langenlonsheimer Ortsbürgermeister Michael Cyfka (CDU).

Der Gemeinderat Guldental hat sich gegen die Ausweisung von Windkraftanlagen in dem Gebiet ausgesprochen, ihr Gemeinderat hat die Maßnahme befürwortet, warum?

Zunächst einmal, dass sichergestellt ist, das die Langenlonsheimer Fläche im Regionalen Raumordnungsplan bleibt, um so die Chance zu haben, hier Windkraftanlagen zu realisieren. Bei einem negativen Beschluss bestünde die Gefahr, dass die Fläche herausgenommen wird und wir uns die Gelegenheit verbauen, Langenlonsheim als energieautarke Gemeinde zu etablieren.

Wie gehen sie jetzt weiter vor?

Sobald Anfang Juni, die Planungsgemeinschaft die Stellungnahmen eingearbeitet hat, gehe ich davon aus, dass unsere Fläche von rund 50 Hektar mit Windkraftanlagen bebaut werden kann.

Wieviel ‚Windräder‘ könnten da hinkommen?

Nach Rücksprache mit der Planungsgemeinschaft lassen sich ‚Auf dem Herderich‘ etwa fünf Windkraftanalgen realisieren. Im übrigen regelt der Gemeinderat in einem möglichen Bebauungsplan die Anzahl der Anlagen.

Was verspricht sich die Gemeinde von der regenerativen Energie?

Wenn man seiner Verantwortung vor Ort gerecht wird, kann man nur dann klimaschutzpolitische Ziele erreichen, nämlich bis 2020 ca. 30 Prozent der elektrischen Energie zu erzielen. Zudem kann man sich in einer Zeit in der die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung vom Atomausstieg spricht, der neuen Form von Energiegewinnung nicht verschließen.

Gibt es für sie noch weitere Aspekte, die für die Nutzung von Windkraft sprechen?

Dass der Betreiber an uns Gewerbesteuer zahlt und diese fünf Anlagen, den gesamten Stromverbrauch der VG sicherstellen.

Hat der Bürger die Möglichkeit sich in diesen Prozess einzubringen?

Nach den Sommerferien lade ich zu einer Einwohnerversammlung ein, in der die Bürger mit kompetenten Fachleuten sprechen und sich informieren können. Darüber hinaus könnte man sich im Rahmen eines Bürgerkraftwerkes beteiligen.

Die Fragen stellte Dieter Ackermann (Quelle: Öffentlicher Anzeiger vom 15.4.2011)